Outerwear 1 x 1 Teil 3

Powder Turn

Willkommen zurück hier bei mir und dem finalen und letzten Teil meiner Outerwear 1 x 1 Reihe. Wie ihr euch vorstellen könnt, macht Outdoor-Sport generell und Wintersport im Speziellen nur Spaß, wenn man mit der richtigen Ausrüstung am Berg ist. Das ist keine Raketenwissenschaft! In den beiden vorangegangen Teilen dieser Serie haben wir uns mit Materialen und verschiedenen Layern beschäftigt – oder anders gesagt, mit jenen Teilen eurer technischen Bekleidung, die direkt in Kontakt mit den Elementen kommen. Eigenschaften wie Atmungsaktivität und Wasserfestigkeit waren bisher die Hauptthemen – falls ihr meine beiden vorhergehenden Beiträge noch nicht kennt – unbedingt durchlesen!

 

Wärmedämmung ist nichtsdestotrotz auch eine äußerst wichtige Funktion von eurer technischen Outdoor-Bekleidung. Die Außenschicht eurer Outerwear beschützt euch vor eintretender Nässe. Die Atmungsaktivität sorgt dafür, dass Feuchtigkeit und Wasserdampf aus eurer Bekleidung entweichen können. Spezielle Fütterungen schützen euch vor Kälte und halten euch angenehm warm, was sich zweifelsohne äußerst positiv auf den Fun-Faktor auswirkt. Heute befassen wir uns aber nicht nur mit dem Thema Wärmedämmung, sondern werden uns auch noch mit ein paar essentiellen Features und Accessoires beschäftigen.

 

Zwiebelschichtenprinzip

Als Faustregel könnt ihr euch merken, dass extrem hochwertige Bekleidung (höchste Wasserdichte und Atmungsaktivität) meist nur sehr dünn gefüttert ist. Wer viel im „Backcountry hiked“ (sei es klassisches Freeriden oder Splitboarden), möchte weder komplett durchgeschwitzt auf einem 2500 Meter hohen Gipfel ankommen, noch dort bei minus 10 Grad (trotz Wind und Wetter) frieren. Jedoch auch nicht nach der Abfahrt im Tal ankommen und das Gefühl haben, dass er sich die Kleidung vom Körper reißen muss, weil einem so zu warm ist. Um dieses Problem zu beseitigen, erwarten die Hersteller von höchst technischer Bekleidung, dass sich der Wintersportler selbst um das passende Layering (Kleidungsschichten) kümmert. Bei niedrigen Temperaturen und niedriger Aktivität fügt man eine zusätzliche Kleidungsschicht hinzu und bei hohen Temperaturen oder hoher Aktivität streift man sich eine Kleidungsschicht ab. Gemäß dem Zwiebelschichtenprinzip soll die Basisschicht Feuchtigkeit vom Körper wegleiten und die Isolationsschicht vor der Kälte schützen. Die Outerwear dient demnach nur als Außenschicht und schützt euch vor der Witterung. Ein klassisches Beispiel für die Basisschicht sind die sogenannten Base-Layers, Fleece hingegen isoliert/schützt vor Kälte und dient als Isolationsschicht. Beides findet ihr natürlich neben der passenden Outerwear bei uns im Online Shop.

Big Mountain Drop In

Fütterung

Selbstverständlich gibt es auch andere, tolle und hochwertige Outdoor- und Wintersportbekleidung, die bereits in verschiedenen Stärken gefüttert sind, ohne dass die Jacke übertrieben schwer oder wuchtig wird. Üblicherweise kann man sich hinsichtlich der Fütterung auf die Herstellerangaben verlassen – die gängigste Variante ist das 3-stufiges Wärme-Rating (dünn bis stark gefüttert). Fütterungen werden außerdem in Gramm angegeben, hier gilt: je höher die Grammangabe, desto wärmer wird die Outerwear (mehr Gramm = mehr Fütterung = besserer Schutz vor Kälte). Alle Begriffe und Technologien in denen der englische Ausdruck „insulate“ drin steckt, befassen sich mit dem Thema der Wärmedämmung bzw. Fütterung eurer Bekleidung. Thinsulate ist da eine allgemein bekannte Technologie – „thin“ steht für dünn und „insulate“ für die Wärmedämmung. Thinsulate ist also eine Technologie, die einem warm hält, ohne dass die Bekleidung voluminös, klobig oder wuchtig wird.

Vents bzw. Belüftungsschlitze

Belüftungsschlitze sind meiner Meinung nach ein ganz wichtiges Feature, denn die sogenannten Vents ermöglichen eine blitzschnelle Anpassung an Veränderungen der Temperatur. Belüftungsschlitze befinden sich bei Jacken seitlich an der Außenseite (vom Brustkorb über die Achseln bis zur Innenseite des Oberarms) und verlaufen bei Hosen entlang der Innenseite des Oberschenkels (vom Schritt bis zum Kniegelenk). Diese Belüftungsschlitze ermöglichen über den Luftaustausch den gewünschten Temperaturaustausch.

Im Normalfall reicht deshalb eine mittel stark gefütterte Outerwear mit Belüftungsschlitzen aus. Wenn’s richtig kalt ist, dann zieht man sich einfach einen dünnen Pullover/lange Unterhose an. Sollte es im Laufe des Tages bzw. Verlauf der Saison wärmer werden, dann hat man immer noch die Option, die Belüftungsschlitze zu öffnen. So kann man sich im Handumdrehen an die neue Temperatursituation anpassen.

Lines

sonstige Features

Jacken sollten außerdem unbedingt auch noch über einen Schneefang und im besten Fall sogar über Ärmelgamaschen verfügen. So verhindert ihr, dass Schnee, Feuchtigkeit oder unerwünschte kühle Luft an euren Körper kommt. Auch Hosen sollten unbedingt Gamaschen haben, außerdem sollte der Schneefang der Jacke mit der Hose verbinden lassen. Einige Hosen verfügen sogar über einen eigenständigen Schneefang, das ist allerdings kein Muss, sondern nur ein tolles Zusatzfeature.

Natürlich gibt es noch eine Vielzahl von weiteren coolen Features, jedoch zählen diese meiner Meinung nach nicht zu den essentiellen Ausstattungen eurer Outerwear. Meine gesamte Outerwear 1×1 Reihe ist wieder einmal sehr technisch gewesen. Jedoch kennt ihr jetzt alle wesentlichen Fachbegriffe und Herstellerangaben und wisst, worauf ihr beim Kauf von technischer Bekleidung unbedingt achten müsst.

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