Outerwear 1×1

Raphi Rocha by Howzee

Willkommen zurück bei mir und einem weiteren Eintrag meiner „how to“ Reihe! Diesmal möchte ich euch kurz erklären, was ihr beim Kauf von Outerwear und technischer Bekleidung unbedingt beachten solltet bzw. werde ich euch auch einige Fachbegriffe erklären. Outdoor Sportarten werden oft vom Wetter beeinflusst. Wind, Wetter und Temperaturen können einem schnell den Tag vermiesen, wenn man nicht richtig gekleidet ist. Die richtige Outerwear hilft uns nicht nur in verschiedensten Wetterlagen zu „performen“, sondern haben auch einen, nicht zu unterschätzenden, Einfluss auf unser Wohlbefinden auf dem Berg. Am Berg zu frieren ist kein Spaß und euer Motiviationslevel wird auf drastische Weise ziemlich rasch auf Null fallen. Los geht’s mit Teil 1 dieser „how to“ Reihe und zwar mit den Materialen, die bei der Produktion von Outerwear verwendet werden.

 

Materialien

Blättert einfach mal durch ein paar Kataloge von Outerwear-Herstellern und ihr werdet schnell feststellen, dass dutzende verschiedene Textilien für den Kampf gegen Wind, Wetter und Feuchtigkeit entwickelt wurden. Einige dieser Textilien mögen zwar ausgefallene Namen haben, sind aber im Grunde nichts anderes als Ableitungen von Polyester- oder Nylonmaterialen. Aber, was ist so besonders an Polyester und Nylon?

 

Polyester

Polyester ist der „go-to“ Faserverbundkunststoff für technische Bekleidung. Polyester zeichnet sich vor allem durch seine herausragenden Eigenschaften aus: Es ist robust, schrumpft und dehnt sich nicht, trocknet schnell und kann auch nicht schimmeln. Eng verwobenes Polyester ist außerdem noch wasserfest – also ein fantastisches Material für die Outerwear-Herstellung. Nichtsdestotrotz brauchen Funktionsstoffe noch irgendeine DWR Beschichtung (durable water repellent). Die DWR Beschichtung fördert nicht nur die Charakteristika des Polyesterverbundstoffes, sondern erst durch die Kombination einer DWR Beschichtung mit einer atmungsaktiven Schicht entsteht ein Klimastoff (wie bei der fertigen Outerwear). Polyester-Faserverbundkunststoffe werden in verschiedenen Stärken hergestellt – je dicker das Material, desto stärker ist die Ausprägung der oben genannten und erwünschten Eigenschaften. Im Laden oder im Online-Shop verlässt man sich am besten einfach auf die vom Hersteller genannten waterproof/breathability ratings (Wasserdichte und Atmungsaktivität).

 

Nylon

Nylon ist ein außergewöhnlich robustes Material, das kaum Saugfähigkeit aufweist und außerdem eine gewisse Elastizität besitzt. Nylon kann man leicht färben und lässt sich problemlos waschen. Aufgrund seiner Belastbarkeit ist Nylon eine oft und gern verwendete Kunstfaser im Outerwear-Segment. Ähnlich wie Polyesterstoffe brauchen auch Nylon-Fasern eine zusätzliche Beschichtung um eine ideale Einsetzbarkeit im Outerwear-Bereich zu erlangen. Wie Polyesterstoffe werden auch Nylonfasern in bestimmten Dicken gefertigt, deshalb spricht man hier auch öfters von unterschiedlichen Materialgewichten (z.B. 60g Polyester). So viel muss man darüber auch nicht wissen, am besten verlässt man sich wieder auf die Herstellerangaben hinsichtlich Wasserdichte und Atmungsaktivität.

wasserdichte Outerwear

Mikrofasern

Mikrofasern werden aus Nylon und/oder Polyester Mikrofasern hergestellt, dabei werden äußerst feine Fasern zu einem höchst funktionsfähigen, extrem haltbaren, federleichten, höchst wasserabweisenden und winddichten Gewebe verflochten. Ihr seht schon, da wird mit Superlativen nicht gespart. Mikrofasern werden nur im Höchstpreissegment für hochtechnische Outerwear verwendet. Wer bei Schönwetter im Park unterwegs ist, wird so ein höchsttechnisches Material vielleicht nicht unbedingt brauchen. Wer lieber Zeit im Gelände verbringt und viel „hiked“ oder sogar mit Tourenski oder Splitboard unterwegs ist, sollte sich eher überlegen, wie viele Schichten und welche Materialen er am Körper trägt. Ich meine ja nur…

 

Gore-Tex

Abschließend möchte ich noch Gore-Tex erwähnen. Gore-Tex ja durchaus ein gängiger Begriff, nur die wenigsten wissen jedoch genau, was Gore-Tex ausmacht. Gore ist ein extrem poröser Stoff (ein Membran eigentlich) mit ca. 1,4 Milliarden Poren pro Quadratzentimeter. Abartig! Diese kleinen Poren und Öffnungen im Material sind ungefähr 20.000 kleiner als ein Wassertropfen. Diese Porosität ist das Grundgerüst der Gore-Tex Technologie – Gore-Tex ist ein Material, das sowohl Wasserdicht als auch Atmungsaktiv ist. Verdunstendes Wasser (Dampf, Schweiß oder feuchte Luft im Allgemeinen) ist fein genug um durch die Poren des Gore-Tex Materials zu entweichen. Feuchtigkeit kann also entfliehen, jedoch aufgrund der Feinporigkeit und der Oberflächenspannung von Wasser nicht in Gore-Tex eindringen. In der Produktion von Outerwear werden Gore-Tex Membrane als Schutzschild auf Nylon- oder Polyesterkunstfasern angebracht. Dies Gore-Tex Schicht stellt man sich am besten als Schutzhülle gegen Regen, Schnee, Wind und Kälte vor. Gore-Tex garantiert außerdem, dass alle Nähte so versiegelt sind, dass keine Feuchtigkeit in das Gewebe eindringen kann und dass eure Gore-Tex Outerwear dicht und fehlerfrei ist.

Gore Tex Beispiel

Ich weiß schon, dieser Eintrag war extrem technisch und ganz schön zäh. Ich bin mir jedoch sicher, dass euch diese Informationen nicht nur beim Kauf von Outerwear, sondern generell beim Kauf von technischer Bekleidung von Vorteil sein werden. Meinen nächsten Eintrag werde ich Themen wie Wassersäule, Atmungsaktivität und diversen Features widmen. Gerade auf der Suche nach Outerwear? Schaut euch doch mal in unserem Online-Shop um! Bis zum nächsten Mal!

 

Share This:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.